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In 10 Schritten das Apportieren vom Futterbeutel / Snack Dummy trainieren

Dein Hund ist auf Euren Gassirunden auf alles, nur nicht auf Dich fokussiert? Verfällt er schnell in jagdlichen Leichtsinn und ist bei der kleinsten Bewegung am Waldrand kaum zu bremsen? Dann ist dieser Blogbeitrag genau das Richtige für Euch. Wir zeigen Dir, wie wir unseren American Shepherd Mix Carlos das Apportieren von einem Futterbeutel / Snack Dummy beigebracht haben, obwohl er ungern Dinge apportiert und hergibt.

Die Tendenz zum Jagen oder auch ein ausgeprägter Jagdinstinkt kann Euch auf Euren gemeinsamen Spaziergänge schnell zum Verhängnis werden. Ein „Anti-Jagd-Training“ ist allerdings oftmals mühsam und langwierig. Wir zeigen Dir, wie Du diese jagdlichen Ambitionen effektiv einsetzen kannst und wie sich daraus ein tolles Spiel für Dich und Deinen Hund zaubern lässt.

Genau dafür eignet sich die Arbeit mit dem Futterbeutel hervorragend. Damit kannst Du Deinem Hund eine Beute simulieren, die er fangen muss und sicherlich auch fangen möchte, wenn er ihn auch als Beute erkannt hat. Dadurch gelingt es Dir, seine Energie in eine "sinnvolle" bzw. "gewünschte" Richtung umzulenken, statt zu versuchen, sie mit allen Mitteln zu unterbinden.

Kurz zu den Basics, bevor wir uns mit dem eigentlichen Training beschäftigen:

Was ist ein Futterbeutel / Snack Dummy?

Der Begriff Snack Dummy läuft einem schnell über den Weg, wenn man sich mit der Beschäftigung von Hunden auseinandersetzt. Aber wie sieht so ein Futterbeutel eigentlich aus? Der Futterbeutel ist eine robuste Tasche, in der Du Leckereien für Deinen Hund unterbringen kannst. Also eine Leckerlitasche? Nein! Der Snack Dummy soll Beute für Deinen Hund darstellen, etwas, das er jagt, aufspürt und zu Dir bringt. Die schmackhaften Leckereien im Inneren dienen als Motivation und als Belohnung nach erfolgreicher Arbeit.

Wie sieht der optimale Futterbeutel aus?

Das hängt von verschiedenen Faktoren ab. Hierbei spielen zum einen die Größe Deines Hundes und zum anderen auch der gewünschte Einsatzort (Wald, im Wasser etc.) eine Rolle.

Folgende Punkte solltest Du bei der Auswahl Deines Futterbeutels beachten:

  • Die Größe muss zu Deinem Hund passen.
    • Ein Chihuahua, der einen Snack Dummy trägt, der doppelt so groß ist wie er, mag lustig aussehen, ist für das Training aber alles andere als förderlich.
  • Robustest Obermaterial
    • Der Dummy wird in Eurem Training einer großen Belastung ausgesetzt sein: Beißen, Zerren, im hohen Bogen in den Dreck fliegen: All das muss der Dummy zuverlässig aushalten können.
  • Niedriges Gewicht
    • Damit Du den Beutel gut transportieren kannst und Dein Hund ihn auch gut im Maul tragen kann, darf er nicht zu schwer sein, sondern sollte über ein leichtes Eigengewicht verfügen.
  • Optimaler Schutz der Leckerlis
    • Die Leckereien im Inneren sollten geschützt sein, sowohl vor Nässe, als auch vor den Erschütterungen, damit beim Belohnen nicht nur noch Krümel übrig sind.
  • Leicht zu öffnen
    • Um Deinen Hund direkt belohnen zu können, sollte sich der Futterbeutel leicht öffnen lassen. In vielen Fällen ist er mit einem Reißverschluss ausgestattet, der ein schnelles Belohnen ermöglicht.

Wir haben uns für den Hunter Trainer Snack Dummy (Futterbeutel) orange 15 cm entschieden und unsere Entscheidung bisher keinesfalls bereut, da er alle oben genannten Punkte zuverlässig erfüllt. Im folgenden Absatz erhältst Du einen Eindruck, was der Futterdummy von HUNTER bei uns bereits durchmachen musste. Kleiner Spoiler: Es ist immer noch der Erste ;)

Aufbau des Trainings - wie man es nicht macht

Carlos war gerade einmal wenige Wochen bei uns, da haben wir uns bereits mit Beschäftigungen während den Gassirunden auseinandergesetzt. Schließlich heißt es ja immer: "Du musst Deinen Hund auslasten".

Bei unserer Suche sind wir recht schnell auf die Wunderwaffe Futterdummy aufmerksam geworden. Wir haben nicht lange gezögert, einen Futterbeutel gekauft und Carlos losgeschickt, um diesen Dummy zu apportieren. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, war eigentlich abzusehen, was passieren wird. Carlos läuft zum Futterbeutel, nimmt ihn vorfreudig auf, springt in sein Bett und beißt mit aller Kraft auf ihm herum, um irgendwie an die gut riechenden Leckerlis im Inneren zu gelangen. So hatten wir uns das nicht vorgestellt. Alle Versuche, die wir unternommen hatten, ihn zum Apportieren & Mitspielen zu motivieren, waren zwecklos. Somit verschwand die Wunderwaffe schnell in der Schublade und wir widmeten uns anderen Dingen.

Was war schief gelaufen? Weder wir noch Carlos waren bereit für dieses Training.

Unser Weg zum Erfolg

Bevor es losgeht

Damit das Training schnell fruchtet, würden wir Dir raten, bereits andere Kommandos im Vorfeld zu festigen. So schaffst Du eine wichtige Grundlage, auf der das Training mit dem Futterbeutel aufbauen kann. Die folgenden Kommandos sollte Dein Hund bereits beherrschen:

  • Sitz
  • Bleib
  • Aus
  • Nimm
Das Kommando "Aus" ist vermutlich eines der am häufigsten falsch verstanden Kommandos, denen ich begegnet bin. Damit Dein Hund versteht, was Du gerade von ihm möchtest, ist es wichtig, dass jedes Kommando auch wirklich nur eine Bedeutung hat. "Aus" wird für fast alles verwendet, was man von dem Hund nicht möchte. Also zum Beispiel "Lass das", "Mir gefällt nicht was Du da machst", "Spring nicht an mir hoch", "Gib mir den Ball", "Renn nicht zu den anderen Hunden", ... Das hat den Effekt, dass Dein Hund Dich nicht eindeutig versteht und vermutlich, wenn es darauf ankommt, auch nicht das Verhalten zeigen wird, das Du von ihm möchtest. Für uns bedeutet Aus: "Lass das los, was in Deinem Maul ist. Jetzt!""

Zum Kommando „Nimm“ folgt demnächst ein Beitrag zum Thema Frustrationstoleranz.

#1 Die Füllung

Mit der Füllung steht und fällt das Training mit dem Futterbeutel unserer Meinung nach. Wähle für die Füllung etwas wirklich Schmackhaftes. Am besten verwendest Du Snacks, die Dein Hund sonst nicht bekommt. So erzeugst Du einen Anreiz und eine Motivation bei Deinem Hund, die Du für das Training brauchst. Wir verwenden hierfür die Animonda Meat Chunks Rind Pur. Diese sind für uns ideal.

#2 Trainingssituation aufbauen

Wenn Du öfter mit Deinem Hund trainierst, weißt Du bestimmt, wie Du ihn in Trainingslaune bringst. Fang nicht direkt an etwas von ihm zu fordern, sondern beschäftige Dich mit ihm - ganz unverbindlich. Tobt ein wenig zusammen, sodass Du seine ungeteilte Aufmerksamkeit hast. Für den Anfang ist es besser, wenn Du Dein Training drinnen ohne viel Ablenkung beginnst. Wenn ich das Training mit Carlos starte, suche ich mir immer als erstes sein aktuell liebstes Spielzeug. Damit toben wir durch die ganze Wohnung, bis er hechelnd mit einem breiten Grinsen vor mir sitzt. Dann ist er bereit. Es hängt nicht nur von Dir und Deinem Hund ab, wie viel Vorbereitung notwendig ist, um diesen Zustand zu erreichen, sondern auch von der Tagesform. Wir haben Tage, da muss ich Carlos nur anschauen und zwei Schritte rückwärts laufen. An anderen Tagen hingegen kommt einfach nicht die richtige Stimmung auf. Bei letzterem ist das für Dich ein eindeutiges Signal, das Training auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben und jetzt nicht weiterzumachen.

Lerne Deinen Hund kennen und findet für Euch heraus, was funktioniert und was nicht.

#3 Der Futterbeutel ist cool

Das muss Dein Hund als erstes lernen und verinnerlichen. Nur, wenn Dein Hund alles geben würde, um den Dummy zu bekommen, wirst Du im Training weiterkommen. Der Futterbeutel riecht gut - das ist schon mal ein hilfreicher Anfang. Ein sehr auf die Nase fixierter Hund wie Carlos hat den „Braten“ schon gerochen. Aber Liebe geht bekanntlich durch den Magen. Hast Du schon mal einen Hund gesehen, der sich nicht mit Leckerlis bestechen lässt? Wenn Du jetzt „Ja“ denkst, versichere ich Dir, dass Du in den meisten Fällen einfach noch nicht die richtigen Snacks gefunden hast.

Deine erste Aufgabe ist denkbar einfach. Lass Dein Hund ein wenig an dem Futterbeutel schnuppern, öffne den Beutel und lass Deinen Hund direkt daraus fressen. Dabei behältst Du den Beutel die ganze Zeit in Deiner Hand. Nach ein paar Snacks nimmst Du den Beutel wieder vom Hund weg und schließt ihn. Das wiederholst Du jetzt einfach ein paar Mal. Wie oft kommt ganz auf Deinen Hund an, aber achte darauf, dass Du den Beutel zwischen den Wiederholungen auch wirklich zumachst. Das hilft Deinem Hund später zu verstehen, dass er nur durch Deine Hilfe an die Belohnung gelangt.

Carlos lernt relativ schnell, daher war er nach drei bis vier Wiederholungen schon ganz scharf darauf, seine Nase in den Dummy zu stecken. Bei anderen Hunden können hier auch durchaus über 30 Wiederholungen nötig sein. Denk daran, dass Du das Training unterbrichst, wenn Dein Hund anfängt, unaufmerksam zu werden.

Das Ziel dieses Schrittes hast Du erreicht, wenn Dein Hund unmittelbar seine Nase in den geöffneten Dummy steckt, sobald Du ihn in Reichweite hältst. Gehe erst zum nächsten Schritt über, wenn dieses Ziel wirklich gut sitzt.

#4 Jagdmodus aktivieren

Das Spiel mit dem Futterdummy ist in erster Linie von Jagen und Suchen geprägt. Lass uns also in diesem Schritt dafür sorgen, dass Dein Hund den Dummy auch als Beute betrachtet. Der Beutel ist geschlossen und Du hältst ihn an einem Ende in Deiner Hand fest. Nun fängst Du an, vor Deinem Hund aktivierende Bewegungen mit dem Dummy zu machen. Streiche über den Boden, wedle damit vor seiner Nase, laufe ein paar Schritte mit dem Beutel in der Hand weg. Achte dabei darauf, dass Dein Hund den Beutel immer gut sieht, aber ihn noch nicht zu fassen bekommt.

Wenn ich das oben beschriebene Szenario mit Carlos mache, fängt er an den Beutel zu verfolgen, springt in die Luft und folgt mir überall hin und versucht alles, um irgendwie die Beute zu fassen. Sobald Dein Hund also wie verrückt den Dummy jagt und um ihn kämpfen will, hast Du das nächste Ziel erreicht.

#5 Der erste Biss

Damit aus dem wilden Toben ein Spiel wird, müssen wir dem Hund klar machen, wie er an seine Belohnung gelangt. Ihm muss im weiteren Verlauf bewusst werden, dass er ohne Dich keine Chance hat, an den Inhalt zu kommen.

Nach der Action aus Schritt 4 verlangsamen wir jetzt unser Tempo ein wenig. Wir wollen den ersten Biss in den Beutel provozieren. Dazu bewegen wir den Dummy langsam vor unserem Hund, bis er mit seinem Maul danach greift. Nach dem ersten Biss sollte der Hund direkt wieder aus dem Beutel fressen dürfen, um ihn zu bestärken.

Carlos war so scharf auf den Dummy, dass er ihn natürlich nicht wieder zurückgeben wollte. Er wusste ja schließlich nicht, dass er direkt eine Belohnung bekommt, wenn er los lässt. Auf ein "Aus" gibt er den Beutel aber nach kurzen Ziehen frei. Ich öffne ihn und er darf ein bis zwei Happen direkt aus dem Beutel fressen.

Wichtig dabei ist, dass sich daraus auf keinen Fall ein Zerrspiel entwickeln kann. Reagiert Dein Hund nicht direkt auf ein „Aus“, empfehlen wir Dir Folgendes: Halte den Beutel fest in Deiner Hand, hebe die andere Hand und wende Deine von Deinem Hund ab. Versuche ihn dabei komplett zu ignorieren. Wenn Dein Hund darauf auch nicht reagiert, brich das Training ab und übe zunächst das Kommando „Aus“ verstärkt, bevor Du hier weitermachst.

Das wiederholen wir jetzt einige Male. Wichtig: Du darfst den Beutel nicht loslassen.

Der Futterbeutel gehört Dir. Das muss Dein Hund verstehen, damit Ihr beide Spaß an dem Spiel habt. Dein Hund darf Deinen Futterbeutel für Dich holen, ihn für Dich tragen, aber er gehört Dir!

Denk daran, das Training rechtzeitig wieder zu pausieren. Mit Carlos habe ich etwa 15 Minuten von Schritt 2 bis hierher gebraucht. Wie lange Dein Hund aufmerksam bleibt, hängt von Deinem Hund und der Tagesform ab.

Das Ziel dieses Schrittes erreichen wir, sobald unser Hund in der Trainingssituation zuverlässig in den Beutel beißt und ihn direkt wieder loslässt. Er verknüpft „Das-Beutel-loslassen“ dann direkt mit einer Belohnung.

#6 Verfestigen

Die Schritte 2 - 5 stellen die wichtigste Grundlage für den Aufbau der Übung dar. Aber wie Du siehst, haben wir bisher noch nichts apportiert, geworfen oder gesucht. Das wäre an dieser Stelle auch noch zu früh.

Also lass uns an Deinem Trainingsort (im Optimalfall immer derselbe) die Übungen so lange wiederholen, bis es wirklich zu 100% klappt. Nach und nach kannst Du Deinem Hund auch die Leckerlis aus der Hand geben. Statt den Hund direkt aus dem Beutel fressen zu lassen, nimmst Du jeweils eine Belohnung heraus und gibst sie ihm - und das über mehrere Tage hinweg.

Hunde verknüpfen Erlerntes in Bildern. Dabei spielt auch die Umgebung bei neuen Verknüpfung eine elementare Rolle. Der Hund lernt, dass eine bestimmte Aktion eine bestimmte Reaktion bedeutet. Aber nur in dieser Situation. Experten sprechen von der Generalisierung, die notwendig ist, um ein erlerntes Verhalten auch in anderen Situationen anzuwenden.

Lass es uns generalisieren oder anders gesagt verallgemeinern. Das erreichen wir, indem wir die Ausgangssituation verändern, z. B. an einem anderen Ort trainieren oder zusätzliche Reize der Situation hinzufügen. Ich habe, nachdem es mit Carlos in der Wohnung gut geklappt hatte, den nächsten Schritt auf die Terrasse verlagert und leider direkt wieder von vorne angefangen. Der Dummy war für ihn wieder zum Zerrspielzeug geworden. Also alles wieder auf Anfang und den Trainingsfortschritt langsam aufbauen. Erstaunlicherweise waren wir an diesem neuen Ort deutlich schneller am Ziel als vorher.

Nach ein paar Tagen konnten wir auch auf der Terrasse die Übung sicher umsetzen. Also haben wir als Steigerung die Übung in unsere Gassirunden eingebaut. Dort hat es dann fast unmittelbar geklappt.

Ziel der Übung: Du präsentierst Deinem Hund den Dummy in verschiedenen Situationen, er beißt unvermittelt hinein und lässt ihn direkt wieder los. Dabei ist es ok, wenn er nicht immer Lust auf den Dummy hat, aber es darf in keiner Situation zu einem "Kampf" um den Dummy kommen. Ansonsten habt ihr Euer Ziel noch nicht erreicht.

#7 "Apportieren"

Darf ich jetzt endlich den Futterbeutel werfen? Nein, leider noch nicht. Wir müssen Deinen Hund erst noch zeigen, dass es sich auch lohnt, Dir den Dummy zu bringen.

Wenn Dein Hund generell gerne apportiert, wirst Du es hier einfacher haben. Mit Carlos ist der Prozess ein wenig mühsam. Aber durch viele Wiederholungen lässt sich daraus recht schnell ein Spiel konstruieren.

Lass uns eine Situation aufbauen, in der ihr in Ruhe trainieren könnt. Am besten mit möglichst wenig Reizen. Wir haben dazu wieder wie am Anfang in unserem Wohnzimmer angefangen.

Nun bringst Du Dein Hund wieder in Trainingsstimmung und machst ihn ein wenig scharf auf den Futterbeutel. Dafür bekommt er auch wieder ein paar Leckerlis als Belohnung. Sobald ihr beide warm seid, können wir das Training auf die nächste Stufe heben.

  1. Nimm den Dummy in die Hand
  2. Setzte Deinen Hund in etwas Entfernung vor Dir ab (Blick immer auf Dich gerichtet)
  3. Signalisiere Deinem Hund ein "Bleib"
  4. Lass den Dummy vor Deine Füße fallen (Sollte er dann schon losrennen, arbeite an Deinem „Bleib" und versuche vorerst den Beutel langsam auf den Boden zu legen)
  5. Gib Deinem Hund das Kommando den Beutel zu holen und greife gleichzeitig nach dem Beutel
  6. Belohne Deinen Hund für das Loslassen des Futterbeutels

Und wie immer im Training mit Deinem Hund heißt es jetzt die Übung zu wiederholen und zu generalisieren. Sobald das gut klappt, kannst Du auch etwas später nach dem Beutel greifen, bis Dein Hund irgendwann den Beutel direkt vor Dir vom Boden aufnimmt und Dir gibt. Sitzt das sicher, habt ihr das Ziel dieses Schrittes erfolgreich geschafft.

#8 Jetzt aber apportieren?

Wir sind fast am Ende angekommen, versprochen. Je nach Hund und Anzahl der Wiederholungen sind jetzt schon mehrere Tage oder Wochen vergangen, seit Du das Training mit dem Futterbeutel begonnen hast.

Bevor wir am Ziel unserer Reise sind, müssen wir die letzte Übung noch etwas steigern. Der Trainingsaufbau und Ablauf ist derselbe wie im vorherigen Schritt. Aber wir lassen den Beutel nun nicht mehr direkt vor unsere Füßen fallen, sondern etwas entfernt von uns. Dabei platzieren wir den Dummy mit jedem Mal immer näher an unserem Hund.

Aber aufpassen: Du solltest den Dummy noch nicht direkt Deinem Hund zuwerfen und immer darauf achten, dass er ein paar Schritte auf Dich zulaufen muss, bevor er den Beutel erreicht. Durch die Vorwärtsbewegung, die er auf dem Weg zum Dummy einnimmt, ist es für ihn einfacher zu verstehen, dass er den Dummy zu Dir bringen soll. Er muss schließlich nur geradeaus weiterlaufen.

Auch dieser Schritt wird nun wieder generalisiert.

#9 Flieg Dummy Flieg

Solltet ihr es im Training bis hierhin durchgehalten haben, könnt ihr verdammt stolz auf Euch sein. Noch in diesem Schritt werden wir den Dummy endlich richtig werfen.

Der erste Wurf geht direkt zu Deinem Hund (ruhige Umgebung). Im Optimalfall fängt er den Dummy direkt aus der Luft, läuft freudig zu Dir und setzt sich, voller Vorfreude auf seine Belohnung, vor Dir hin. Wenn das funktioniert, kannst Du beim nächsten Wurf etwas über den Kopf Deines Hundes hinweg werfen - und mit jedem Versuch etwas weiter werfen.

Mögliche unerwünschte Reaktionen Deines Hundes können allerdings eintreten:

  • Dein Hund sieht den Dummy auf sich zufliegen, sieht wie er auf den Boden fällt und macht keine Anstalten, den Dummy zu holen.
    • Versuch Deinen Hund mit Deiner Stimme und Körpersprache zu motivieren, den Dummy vom Boden aufzunehmen. Klappt das nicht, ist Deine Füllung wahrscheinlich nicht gut genug oder Dein Hund hat das Holen des Dummys noch nicht ausreichend verknüpft.
  • Dein Hund (das traf auch auf Carlos zu) fängt den Dummy, läuft in sein Bett und beginnt wieder munter auf den Dummy zu kauen.
    • Jetzt musst Du schnell handeln! Nimm Deinem Hund sofort den Dummy weg*. Gehe wieder zu Schritt 8 und wiederhole es weiter. Im Anschluss probierst Du es erneut mit dem Werfen.
  • Dein Hund holt den Futterbeutel, bringt ihn zu Dir, lässt ihn aber nicht los und fängt ein Zerrspiel mit Dir an
    • Bist Du Dir sicher, dass Du Schritt 5 ausreichend trainiert hast?
* Er darf sich niemals alleine mit dem Dummy beschäftigen. Er soll verstehen, dass er nur Spaß mit dem Dummy hat, wenn ihr zusammen spielt. Lässt Du ihn genüsslich darauf herumkauen, hat er eine Beschäftigung und eine Aufgabe. Er wird also verknüpfen, dass er Dich nicht braucht, um mit dem Futterbeutel zu spielen. Lässt Du das zu, wirst Du keine Freude an dem Dummy haben und somit keine Erfolge im Training erzielen.

#10 Geschafft

Wenn Du Schritt 9 noch etwas verfestigst und Dein Training langsam in immer reizvollere Umgebungen verlegst, steht tollen Spielen mit Eurem Snack-Dummy nichts mehr im Weg.

Das Apportieren mit einem Futterbeutel / Snack Dummy alleine macht schon unheimlich viel Spaß und kann auch durchaus den Jagdtrieb Deines Hundes etwas abmildern. Aber versuch doch auch mal den Dummy zu verstecken und schick Deinen Hund anschließend auf die Suche. An dieser Stelle ist Deine Kreativität gefragt, um herauszufinden, was euch Beiden am meisten Spaß macht.